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Welt Kompakt (online) vom 31.08.2007

Erster Stolperstein für München

Stadt lehnt Projekt weiter ab - Jetzt soll Messingtafel auf Privatgrund an Naziterror erinnern

Der Streit um die Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig hatte vor drei Jahren hohe Wellen in München geschlagen. Morgen wird nun doch der erste Gedenkstein für ein Opfer des Naziterrors in der Landeshauptstadt verlegt. Aber nicht auf städtischem Boden, sondern auf privatem Grund, in der Viktor- Scheffel-Straße 19.

In dem Haus in Schwabing wohnten drei jüdische Familien. Während zwei Familien die Flucht in die USA gelang, wurde der Kaufmann Heinrich Oestreicher 1942 nach Theresienstadt deportiert und 1943 dort ermordet.



"Die Erinnerung weitergeben":
Wolfgang Brix steht mit dem Gedenkstein für den ermordeten Heinrich Oestreicher in der Viktor-Scheffel-Straße

Wolfgang Brix lebt heute in der Viktor-Scheffel-Straße 19. Er ist Pate für den ersten Münchner Stolperstein. "Es geht um zwei Dinge: Um die Erinnerung an Heinrich Oestreicher und darum, wie wichtig der Respekt und die Achtung vor dem Nächsten sind", sagt er.

Zum Gedenken an die Opfer der NS-Zeit hat der Künstler Demnig deutschlandweit bereits mehr als 9000 Gedenktafeln aus Messing in den Boden eingelassen. Nur in München nicht. Denn im Juni 2004 fällte der Stadtrat eine umstrittene Entscheidung gegen die Stolpersteine. Auch die Israelitische Kultusgemeinde lehnte das Projekt ab. Zwei bereits verlegte Steine mussten daraufhin wieder aus dem Gehweg herausgerissen werden. Sie waren in Gedenken an das Ehepaar Paula und Siegfried Jordan in der Mauerkircherstraße 13 gesetzt worden. Die Argumente der Stadt: Die „geringe Zahl von Stolpersteinen könne das Ausmaß des nationalsozialistischen Verbrechens mit über 4500 Opfern allein in München eher verharmlosen und verniedlichen“. Außerdem werde „die Anbringung von Gedenktafel ein im Straßen- schmutz trotz guten Willens der Initiatoren auch als herabsetzend empfunden“, hieß es. Dabei ist es geblieben „Die Haltung der Stadt ist unverändert, erklärt Pressesprecher Stefan Hauf.

Die evangelisch-methodistische Kirche als Eigentümerin des Grundstücks in der Viktor-Scheffel-Straße sieht das anders. Sie hat den Stolperstein erlaubt. „Ich wünsche mir, dass die Erinnerung von Generation zu Generation weitergegeben wird“, sagt Brix. Und er hofft, dass andere seinem Beispiel folgen.


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Stolpersteine in München

mehr zum Thema:

1. September 2007:
der erste STOLPERSTEIN in München seit dem Verbot 2004 

Presse-Info zur Verlegung
Fotos vom Verlegen am 1.9.
epv vom 10.8.
MM vom 13.8.
AZ vom 27.8.
WK vom 31.08.
SZ vom 1.9.
MM vom 3.9.
WK vom 3.9.
SZ vom 3.9.
Bild vom 3.9.
DLF vom 3.9. [mpg-Datei, 2MB]
BR vom 7.9. [mpg-Datei, 0,5MB]