Stolpersteine    

          Aktuell          

   Engagement     

        Chronik         

          Archiv          

             Foto           

        Kontakt          

i-Munich Nr. 19/August 2007, Seite 3

DENK MAL!

Geschichten aus unserer Stadt

Vor 10 Jahren verlegte der Künstler Gunter Demnig seine ersten Stolpersteine in Berlin. Über diese Steine stolpert man nur rein optisch. Es handelt sich um plan in den Gehweg eingelassene Messingplaketten mit einer Seitenlänge von ca. 10cm. Sie sollen an die Opfer des Naziterrors erinnern. Gunter Demnig verlegt diese Stolpersteine vor dem letzten selbst gewählten Wohnsitz dieser Opfer, um genau da, in deren direkter Nachbarschaft, an jene zu erinnern, die in den Vernichtungslagern des dritten Reiches verschwanden. Zur Zeit gibt es ungefähr 9000 Stolpersteine in gut 190 Ortschaften in ganz Deutschland.

In München gibt es keinen einzigen. Herr OB Christian Ude ist dagegen. Es verletze die Würde der Opfer wenn man so einfach über diese Steine hinweglaufen könne. www.stolpersteine.com

OPFER DES FASCHISMUS IN MÜNCHEN

GEORG ELSER - "lch wollte nur den Krieg beenden." Aus diesem Grund installierte er eine Bombe in eine Säule im Bürgerbräukeller wo die NSDAP jedes Jahr am 8. November dem gescheiterten Putschversuch Hitlers von 1923 gedachte. Hitler verließ den Saal früher als üblich und überlebte so den Anschlag. Georg Elser wurde an der Grenze zur Schweiz gefasst und nach 5 1/2 Jahren in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Dachau am 9. April 1945 erschossen.

Das Denkmal liegt hinter dem Kulturzentrum am Gasteig im Durchgang zur GEMA, eingelassen in den Boden.

DIE WEISSE ROSE - Der Professor Kurt Huber und die Studenten Hans & Sophie Scholl, Christoph Probst, Willi Graf und Alexander Schmorell riefen in Flugblättern zum Widerstand gegen das Naziregime und den Krieg auf. Vom Pedell der Ludwig-Maximilian-Universität zu München wurden sie entdeckt und der Gestapo übergeben. Sie starben 1943 unter dem Fallbeil.

Das Denkmal befindet sich vor dem Haupteingang der Uni, wo jeden Tag Tausende Studenten drüberlaufen.

POLIZEI - Am 9. November 1923 versuchten die Nazis die Macht an sich zu reißen. Im Bürgerbräukeller stürmten sie eine Versammlung der bairischen Regierung, setzten diese fest und marschierten kurz darauf von dort Richtung Odeonsplatz. An der Feldherrnhalle wurde der Zug von der Polizei gestoppt, bei dem anschließenden Schusswechsel wurden die Polizisten Friedrich Fink, Nikolaus Hollweg, Max Schobert und Rudolf Schrauf getötet.

Das Denkmal zu Füßen der Feldherrnhalle wird bei Veranstaltungen des öfteren überbaut.

KURT EISNER – Zum Ende des 1. Weltkrieges fegte eine Welle von Revolutionen durch die Länder des Deutschen Reiches. Kurt Eisner führte den friedlichen Umsturz in München an und rief am 7. November 1918 den Freistaat Bayern aus. Auf dem Weg zum Landtag wurde er am 21. Februar 1919 von Anton Graf Arco auf Valley erschossen. Dieser war Anhänger der Thule Gesellschaft, einer Vorläufergruppierung der NSDAP.

Eisners Denkmal liegt vor dem Seiteneingang des Hotels Bayrischer Hof in der Kardinal Faulhaberstraße.

Sehr geehrter Herr Ude, haben diese Opfer des Faschismus keine Würde, da deren Denkmale allesamt in den Boden eingelassen wurden? Oder messen Sie mit zweierlei Maß? Denk mal, noch mal über die Stolpersteine nach. Diese sind eine würdige Erinnerung an all die Opfer!       Valerio


Archiv

Auswahl
 Presse
Dokumente
Stolpersteine in München


diesen Text mit Bildern als PDF [575 KB]