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Pressestimmen

Demnig alternativer Ehrenbürger Kölns

Günter Demnig bekommt im August die Alternative Kölner Ehrenbürgerschaft verliehen. Er ist nach dem rechtsrheinischen Pfarrer Franz Meurer der zweite Träger dieser Auszeichnung,
die von einer Gruppe Kölner Bürger verliehen wird.

Die öffentliche Verleihung der Alternativen Ehrenbürgerschaft an Gunter Demnig findet am 20.8., 15 Uhr, auf dem Rathausvorplatz statt. Bereits um 13 Uhr werden dort kostenlose Führungen zu einigen Stolpersteinen in der Umgebung angeboten.


Am 20.8. 2006 wird der Künstler Gunter Demnig zum alternativen Ehrenbürger Kölns ernannt. Demnig wird damit für sein Projekt "Stolpersteine" geehrt, mit dem er seit nunmehr fast 15 Jahren die Erinnerung an die Menschen wachhält, die seit 1940 deportiert wurden und in den Lagern ermordet wurden. Mittlerweile hat er über 5500 Steine vor den ehemaligen Wohnhäusern dieser Menschen verlegt. Er hat damit eine neue Form des Gedenkens realisiert, die sich nicht auf zentrale und monumentale Denkmäler konzentriert, sondern die Opfer des faschistischen Terrors zurückholt in ihre Stadt, ihre Strassen, ihre Häuser, aus denen sie abgeführt wurden. Seine ersten Aktionen galten der Erinnerung an die Deportation der Kölner Sinti und Roma 1940.

Der Rom e.V. gratuliert Gunter Demnig zu dieser Ehrung und hofft, dass sie dazu beiträgt, die Mittel aufzubringen, die nötig sind, um mit weiteren Stolpersteinen noch möglichst vieler bislang unbekannter Opfer zu gedenken.


Initiative STOLPERSTEINE München: Mitteilung für die Presse

Die "Stolperstein-Initiative München" äußert ihre Freude und Dankbarkeit darüber, dass Gunter Demnig am kommenden Sonntag, den 20. August 2006, um 15 Uhr vor dem Alten Rathaus in Köln die "Alternative Ehrenbürgerwürde" verliehen wird. Demnig ist die zweite Persönlichkeiten, dem diese Ehre zuteil wird.

Die "Stolperstein-Initiative München" gratuliert ihm zu dieser Verleihung von ganzem Herzen. Demnig ist es zu verdanken, dass in mehr als 160 deutschen Städten und Ortschaften rund 8000 dieser 10 mal 10 Zentimeter großen Messingplatten zur Erinnerung an die Opfer des NS-Regimes verlegt worden sind. Inzwischen gibt es auch zahlreiche Anfragen aus dem Ausland.

Desto befremdlicher empfindet die "Stolperstein-Initiative München" die Fortdauer des vom Stadtrat 2004 verhängten Verbots, "Stolpersteine" zur Erinnerung an die Deportierten und Ermordeten vor jenen Häusern zu verlegen, in denen sie gewohnt haben.

Die Ehrung in Köln wird eingerahmt von der Moderatorin Sonia Mikich (WDR) und der Autorin Elke Heidenreich, die die Laudatio hält, sowie den Kabarettisten Jürgen Becker und Heinrich Pachl. Es spielen die Gruppen "Dicke Luft" und "Talking Horns" sowie das "Trisko-Trio".


Ein Brief an OB Ude:

Sehr geerhter Herr Oberbürgermeister Ude,

ich nehme Bezug auf Ihr Schreiben vom 8. April 2006 -AZ.HA II/V 2M-, in dem Sie mir Ihre Einwände und die von Frau Chrlotte Konobloch gegen eine Verlegung von Stolpersteinen gegen das Vergessen für die Stadt München zu erklären versuchen.

Ich entgegne Ihnen auch heute: "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist".

Diese Einsicht hat inzwischen auch in Köln eine Mehrheit gefunden. In Köln hatte auch der frühere Obeerstadtdirektor Lothar Ruschmeier (CDU) ähnliche Argumente wie Sie, Herr Oberbürgermeister, angeführt. Vielleicht können auch Sie nach dem Lesen des Artikels im Kölner Stadt Anzeiger (siehe Anhang) Ihre Meinung redvidieren.

Mit freundlichen Grüßen

Karl-Heinz Klaiber


und hier der Artikel aus dem Kölner Stadtanzeiger:

Stolpersteine in den Weg gelegt

VON HELMUT FRANGENBERG, 17.08.06, 07:15h

Gunter Demnig, der rund 8200 Stolpersteine verlegt hat, wird am Sonntag mit der „Alternativen Ehrenbürgerschaft“ geehrt.

Vorgestern in Wien, gestern in Beckum, heute in Bielefeld - Gunter Demnig ist ein gefragter Mann. „Immer mehr Städte kommen auf mich zu“, sagt der Künstler, der mittlerweile rund 8200 Stolpersteine in Deutschland und Österreich zum Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus verlegt hat. Widerstände gegen seine Stolpersteine werden immer seltener, und wenn es noch welche gibt, gelingt es in der Regel privaten Initiativen, sie zu brechen. So haben in Krefeld Schüler ein Bürgerbegehren gegen ihren Oberbürgermeister mit Erfolg durchgeführt.

Am Sonntag wird Demnig vor dem Rathaus als zweitem Kölner mit einem Fest die „Alternative Ehrenbürgerschaft“ verliehen - unweit der Stelle, wo alles begann. 1992 legte der Konzeptkünstler seinen ersten Stolperstein vor den Eingang des historischen Rathauses. Darunter liegt eine Blechkartusche mit den Verwaltungsvorschriften zur Deportation der Nazi-Opfer in die Konzentrationslager. Das Kölner Rathaus hat für Demnig noch in anderer Hinsicht symbol ische Bedeutung. Von hier aus habe ihm der damalige Oberstadtdirektor Lothar Ruschmeier versucht, so viele Steine in den Weg zu legen, dass er fast aufgegeben hätte. Ein anderer städtischer Bediensteter, Stadtmuseumschef Werner Schäfke, habe ihm jedoch geholfen dagegenzuhalten.

Man sei „glücklich“ darüber, dass die Ratspolitiker den Rathausvorplatz als Ort für die Ehrung frei gegeben hätten, sagt Martin Stankowski vom Bürgerkomitee für die „Alternative Ehrenbürgerschaft: „Besonders glücklich sind wir, dass sich der Oberbürgermeister in Verneigung vor der Arbeit Gunter Demnigs gegen seine CDU-Fraktion gestellt hat.“ Stankowski stellte zusammen mit anderen Initiatoren in Demnigs Werkstatt an der Richard-Wagner-Straße das Programm für den kommenden Sonntag, 20. August, vor. Fernsehjournalistin Sonia Mikich wird verschiedene Unterstützer der Stolpersteine und natürlich den Künstler selbst befragen. Pfarrer Franz Meurer, erster „Alternativer Ehrenbürger“, wird davon berichten, was ihm die Ehrung vor vier Jahren gebracht hat. Für de n Rahmen sorgen Kabaretteinlagen und Live-Musik, die Laudatio auf Demnig hält Elke Heidenreich. Die Veranstaltung beginnt um 15 Uhr. Ab 13 Uhr wie auch nach der Ehrung führt „Stattreisen Köln“ etwa 40-minütige, kostenlose Rundgänge zu ausgewählten Stolpersteinen in der Innenstadt. Treffpunkt für alle Interessierte ist der Rathausplatz.


Gunter Demnig bei der Verleihung der alternativen Ehrenbürgerschaft in Köln



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Stolpersteine in München

Ehrungen für Gunter Demnig:

25.01.05 Jew. Hist. Award: Presse

04.10.05 Verdienstkreuz

20.08.06 Altern. Ehrenbürger Köln

28.10.07 Ausstellung Stolpersteine
            Laudatio zum 60. Geburtstag

03.12.07 Gisbert-Lewin-Preis

23.05.08 Botschafter für Demokratie und Toleranz

26.04.09 Erich-Mühsam-Preis