Stolpersteine    

          Aktuell          

   Engagement     

        Chronik         

          Archiv          

             Foto           

        Kontakt          

zurück

Auswahl
 Presse
Dokumente
Stolpersteine in München

10. Mai: Erinnerung an die Bücherverbrennung
und
11./12. Mai2006: Diskussion um neue Formen des Gedenkens in München
- bei beiden Themen geht es auch um STOLPERSTEINE

Interview mit Wolfram Kastner in der AZ am 10.5.06
Interview mit Wolfram Kastner in der AZ am 10.5.06

Aktion der Initiative STOLPERSTEINE München
Bericht in der SZ am 15.5.06

AZ vom 10.05.06

Unruhestifter im Kleingarten

Das Kulturreferat will Gedenken und Erinnern neu erfinden - Erfahrung unerwünscht

Ein "offenes Kunstgespräch" soll es werden:

Über „Perspektiven des Erinnerns in der Landeshauptstadt" tagen am 11./12. Mai die Experten. Münchner Künstler und internationale Wissenschaftler erörtern die möglichen „Neuen Formen des Gedenkens" im öffentlichen Raum. Denn unter diesem Motto stehen heuer die „Ortstermine“. Dem Antrag des SPD-Stadtrats Michael Leonhart folgend, der die Bildende Kunst offensichtlich vor den Karren einer verspäteten politischen Betroffenheits-Offensive spannt. Diese Initiative war eine späte und verdruckste Reaktion auf den bundesweiten Erfolg der von Oberbürgermeister Christian Ude höchstselbst abgelehnten „Stolpersteine“ des Gunter Demnig.

Doch so offen ist man in München nicht, dass man von Angesicht zu Angesicht über die hier zu Steinen des Anstoßes gewordenen Denk-Male diskutiert: Der Kölner Bildhauer wurde zu der Veranstaltung ebenso wenig eingeladen wie der Münchner Wolfram P. Kastner, der - von den Behörden regelmäßig behindert - hier immerhin seit zwei Jahrzehnten mit seinen GedenkAktionen Unruhe stiftet. Seit dem 10. Mai 1995 erinnert er immer wieder - auch heuer - mit einem Brandfleck auf dem Königsplatz an die Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten 1933. Und jüngst wurde er wegen der wiederholten Beschneidung von Kranzschleifen für die „gefallenen Kameraden“ der WaffenSS auf einem Salzburger Friedhof wegen Sachbeschädigung verurteilt.

Nun gab Kastner seiner Verwunderung über die demonstrative Nichtbeachtung seiner Arbeit seitens der Stadt in einem Brief ans Kulturreferat Ausdruck: „München will wohl demonstrieren, dass es seine Hausaufgaben macht. aber die Kleingarten-Idylle ja nicht zu sehr stören: Tatsächlich ist es inhaltlich nicht zu rechtfertigen, warum, wenn schon Künstler eingeladen werden, so provozierende und polarisierende Positionen wie die von Demnig und Kastner auf dem Podium unbesetzt bleiben.

Roberta De Righl


zurück