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Stolpersteine in München

Leserbriefe an die Süddeutsche Zeitung - vom 17.02.05

Leserbrief von Reiner Bernstein zum Interview
mit Frau Charlotte Knobloch in der SZ vom 11./12.02


Ich stimme Frau Knobloch in der Bewertung der Gefahren zu, die von Neonazis und Rechtsextremisten ausgehen. Um so erstaunter bin ich, dass sie sich erneut gegen die Stolpersteine ausspricht. Nachdem es immer größere Schwierigkeiten bereitet, mit dem Thema "Holocaust" Schülerinnen und Schüler zu erreichen, sind jene 10 mal 10 Zentimeter großen Messingplatten ein Hilfsmittel, das die Betrachter zur Emphatie und zur politischen Nachdenklichkeit anregen kann, und zwar an den Orten, an denen Menschen in der Nazizeit deportiert wurden - jenseits von Museumsbesuchen, zentralen Gedenkstätten und Geschichtsbüchern. Dass Frau Knobloch "persönlich" die Stolpersteine ablehnt, mag verständlich, wenn auch pädagogisch kurzsichtig sein. Aber ist es üblich, für ein persönliches Urteil den Beschluss eines Vorstandes einzuholen, der darauf abzielt, Hunderte Münchner ins Abseits zu stellen?


Ich war im Dezember vergangenen Jahres auf dem Jakobsplatz dabei, als Frau Knobloch das unsinnige Wort von den "Gedenktätern" benutzte. Ihre jetzige Unterscheidung, sie habe nicht die "Leute" gemeint, "die hinter den Stolpersteinen" stehen, sondern solche, "die mit Gewalt Gedenken hervorrufen wollen", ist eine dürftige Schutzbehauptung. Wäre es anders, hätte sie erklären sollen, wen sie meint.


Dr. Reiner Bernstein

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