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Stolpersteine in München

SZ vom 03.07.2004

"Stolpersteine" - Ude teilt aus

Befürworter fordern Diskussion - Mahnwache am Samstag

Die Auseinandersetzung um die "Stolpersteine" geht weiter. In der vergangenen Woche hatten mehr als 150 Menschen in einer Zeitungsanzeige ihre Unterstützung für das Projekt des Künstlers Gunter Demnig zum Ausdruck gebracht und gegen die Ablehnung durch den Stadtrat protestiert. Unter den Unterzeichnern sind zahlreiche Wissenschaftler, Künstler, Verleger wie Ernst Piper und Schriftsteller wie Tilman Spengler und Friedrich Ani. An sie hat sich nun der OB in einem Brief gewandt. Christian Ude schreibt: "Die Mitglieder des Stadrats haben es noch nie erlebt, dass ein Kunstprojekt im öffentlichen Raum mit einer derartigen moralischen Abkanzelung aller Bedenken, Einwände und Gegenstimmen gegen den Willen der zuständigen Gremien durchgesetzt werden soll." Die Solidarität mit den Unterstützern der Stolperstein-Verlegung in der Mauerkircherstraße (SZ berichtete) mache ihn "betroffen" - "vor allem angesichts der sehr deutschen Tradition, gewählte demokratische Institutionen verächtlich zu machen und statt dessen die Fakten setzende Tat zu preisen".

Die Gruppe "Stolpersteine in München" hat Udes Kritik als "absurd" bezeichnet. Der Vorwurf, man wolle etwas erzwingen, sei falsch. Vielmehr sei der Stadtrat auf die wiederholten Angebote des Künstlers und der Initiatoren, das Projekt vorzustellen, nicht eingegangen. Udes Hinweis auf die Ablehnung der Erinnerungstafeln durch die Israelitische Kultusgemeinde trage nicht der Tatsache Rechung, "dass dieser Beschluss im jüdischen Bevölkerungsteil der Stadt keineswegs einhellige Zustimmung genießt". Man fordere die Stadt auf, "sich einer öffentlichen Diskussion über ihre Entscheidung zu stellen".

Schüler des Luisengymnasiums, die sich für die Stolpersteine engagieren, planen für den heutigen Samstag von 14.30 bis 18 Uhr eine Mahnwache mit Unterschriftenaktion vor dem Prunkhof des Rathauses am Marienplatz.

Anne Goebel

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