Stolpersteine    

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      aus einem Interview des Bayerischen Rundfunks mit OB Ude von Gerhard Rapp

aus einem Interview des Bayerischen Rundfunks mit OB Ude von Gerhard Rapp:

Auszug aus einem Brief von OB Ude vom Januar 2003
der ganze Brief

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Die Ablehnung des Projekts „Stolpersteine“ hat viele Gründe, die in den Medien zu einem Großteil überhaupt nicht dargestellt wurden oder auch für eine öffentliche Erörterung wenig geeignet sind.

Da ist zunächst die Frage, ob eine Inflationierung der Gedenkstätten tatsächlich zu einer Ausweitung oder Intensivierung der Erinnerungsarbeit führt. Ich habe wie alle Mitglieder des Altestenrats des Münchner Stadtrats daran erhebliche Zweifel. Schon heute nehmen an den Gedenkfeiern am Platz der Opfer des Nationalsozialismus, im Konzentrationslager Dachau, auf den Jüdischen Friedhöfen oder den städtischen Gedenkstätten nur beschämend wenige Menschen teil (waren nur halb so viele dabei, wie sich brieflich für die „Stolpersteine" ausgesprochen haben, könnte man von eindrucksvollen Kundgebungen sprechen) Gedenkstätten, die nicht mehr als solche wahrgenommen werden, dokumentieren eher die Vernachlässigung des Themas, das sie eigentlich hervorheben sollen.

Dann das Problem der Auswahl: In mittelgroßen Städten mag es durchaus möglich sein, der 100 bis 200 jüdischen Opfer des NS-Terrors mit Stolpersteinen zu gedenken. München hat es mit 4500 jüdischen Opfern zu tun, derer wir mit einer großangelegten Buchaktion individuell gedenken. Die Namen, die Biographien, die Wohnorte, sind also bekannt. Wer trifft die Auswahl - und nach welchen Kriterien - welche Persönlichkeiten eines Hinweises im Straßenbild würdig sind? Die Hinterbliebenen? Dann bleiben völlig ausgelöschte Familien unerwähnt. Oder soll ein Proporz der Stadtteile, der Generationen, der Berufssparten beachtet werden? Oder nur der Zufall entscheiden? Mit der Folge, dass sich München In endlosen Streitigkeiten vorwerfen lassen muss, welcher Personen immer noch nicht gedacht wird? Dass sich Sponsoren für 4500 Stolpersteine finden lassen, glaubt niemand. Wäre eine kleine Zahl von Stolpersteinen nicht eine schreckliche Verharmlosung des wahren Ausmaßes der Judenmorde in München?

Schließlich die Idee, die Namen der Opfer in den Fußboden einzulassen. Diese Frage hat in München - anders als in anderen Städten - eine doppelte Vorgeschichte:

(...)
Auszug aus einem Brief von OB Ude vom Januar 2003
der ganze Brief


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 Dokumente:
Stolpersteine in München

Presse zu den ersten Stolpersteinen:

Viele Pressestimmen und Dokumente aus der Zeit Mai bis Juli 2004 sind im Archiv zusammengestellt. Hier eine Auswahl:

26.05.04 SZ Denkanstoß
27.05.04 MM Stadt stolpert
17.06.04 SZ Stadtrat lehnt ab
17.06.04 AZ Stadtrat Beschluss
17.05.04 BR Kommentar
18,06.04 SZ Scham und Bedauern
22.06.04 SZ Leserbriefe
22.06.04 NZZ Kunstprojekt abgelehnt
24.06.04 SZ Interview G.Demnig
o.Datum BR Interview OB Ude
o.Datum BR Interview Peter Jordan
Fotos der ersten STOLPERSTEINE